Materialien

Die Cocon Stoffträume werden von Connyie Rethmann eigens für die Kollektionen entwickelt. Durch eine sorgfältige Auswahl an Garnen und Stoffen aus natürlichen Materialien und deren genauer Verarbeitung wird eine hohe Qualität garantiert.


Die Pflanzlichen

Baumwolle - der Liebling der Bekleidungsindustrie

Baumwolle ist wohl die bekannteste Naturfaser und die am häufigsten verwendete Textilfaser in der Bekleidungsindustrie. Sie wird schon seit Jahrhunderten zur Herstellung von Bekleidung verwendet, wenngleich man im Mittelalter noch glaubte, Baumwolle wüchse auf Bäumen. Heute wissen wir jedoch, sie wächst an einem niedrigen Malvenstrauch. Wenn die Fruchtkapsel reif ist, springt sie auf und Tausende von Samenhaaren quellen heraus. Diese Samen werden abgetrennt und die Baumwollfasern anschließend versponnen und weiterverarbeitet. Neben der konventionellen Baumwolle wird zunehmend KbA Baumwolle in der Bekleidungsindustrie verwendet. Es handelt sich dabei um Baumwolle, die ohne Verwendung von Chemiedünger und synthetischen Pestiziden in Mischkultur und Fruchtfolge angebaut wird. Sie wird zudem von Hand geerntet, also ohne den Einsatz von chemischen Entlaubungsmitteln. Der kontrolliert biologische Anbau schließt den Einsatz von genetisch veränderten Organismen aus.

Baumwolle verwöhnt mit weichen und hautsympathischen Trageeigenschaften. Sie ist sehr strapazierfähig und reißfest. Ein besonderes Kennzeichen der Baumwolle ist ihr hohe Saugfähigkeit. Sie kann bis zu 20% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen.

Leinen - nicht nur perfekt für den Sommer

Leinen wurde bereits in der Steinzeit für Bekleidung verwendet und ist neben Leder, Fell und Wolle wohl der älteste Bekleidungsstoff. Die Leinenfaser wird in einem aufwendigen Verfahren aus dem Stängel der Flachspflanze gewonnen. Leinen hat eine sehr glatte und dadurch matt glänzende Oberfläche, ist wenig schmutzanfällig und fusselt nicht. Seine hohe Saugfähigkeit und die Eigenschaft, die aufgenommene Feuchtigkeit schnell wieder abgeben zu können, machen diesen Stoff zu einem idealen Sommerbegleiter. Seine hohe Strapazierfähigkeit und Reißfestigkeit sind ein weiterer Pluspunkt.

Ramie – die Schnellwüchsige

Ramie gilt als eine der seltensten und wertvollsten Pflanzenfasern und wird vor allem in den tropischen Regionen Asiens angebaut wird. Diese Faser wird aus dem Stängel eines nesselartigen Gewächses gewonnen. Die Pflanze wächst so schnell, dass sie in tropischen Ländern bis zu 6 mal im Jahr geschnitten wird. Durch ihre sehr große natürliche Resistenz gegenüber Schädlingen ist der Einsatz von Pestiziden kaum erforderlich. Die Faser ist sehr fein und daher gut geeignet für feinste Gewebe wie Batiste und Voiles. Außerdem muss sie nicht gebleicht werden, da die Faser von Natur aus schneeweiß ist. Die Bastfaser hat einen edlen Glanz, ist sehr haltbar und reißfest. Zudem fusselt sie nicht und kann wie Baumwolle und Leinen durch ihre Struktur viel Feuchtigkeit aufnehmen.

Hanf – die Vielseitige

Hanf wird aus den Stengeln der Cannabis-Pflanze gewonnen. Die Geschichte der Cannabis-Pflanze lässt sich bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen, wo sie als Heil- und Rauschmittel aber auch bereits als Faserlieferant Verwendung fand. Stoffe aus Hanffasern zeichnen sich durch ihre hohe Strapazierfähigkeit aus, sie sind zudem kochfest, knittern kaum und werden im Gebrauch weicher und anschmiegsamer. Daher verwundert es nicht, dass die Kreuzritter unter ihren Rüstungen Hanfstoffe trugen und die Soldaten der russischen Armee im Zweiten Weltkrieg mit Hanf-Unterwäsche ausgestattet waren.

Jute – die Goldene

Jute stammt ursprünglich aus den Mittelmeerraum und kam von dort nach Asien. Die Pflanze gehört zu den Lindengewächsen und erreicht eine Höhe von 2-5m. Die Jutefaser wird in einem Röstverfahren aus der einjährigen Jutepflanze gewonnen. Die Nutzung von Jute begann zunächst als Kochgemüse in Asien, bevor man im 19 Jahrhundert in Schottland mit der maschinellen Verarbeitung der Faser begann. Als Naturfasern sind Jutefasern vollständig biologisch abbaubar. Aufgrund ihres goldenen seidigen Glanzes wird die Faser auch „goldene Faser“ genannt. Struktur bedingt verfügt die Jutefaser über ein hohes Feuchtigkeitsaufnahmevermögen und lässt sich somit sehr gut färben.

Viskose – die Farbliebhaberin

Viskose wird aus natürlicher Zellulose hergestellt, die meist aus Buchen- oder Fichtenholz gewonnen wird. Auch Bambusfasern werden für die Herstellung verwendet. Somit ist Viskose eigentlich ein natürliches Material, welches industriell auf chemischer Basis hergestellt wird. Als Kunstfaser mit natürlichem Ursprung vereinigt dieses Material das Beste aus beiden Welten. Viskosestoffe lassen sich gut färben und die Farben sind sehr haltbar – auch nach häufigem Waschen. Die angenehm weichen Stoffe haben einen sehr leichten und elegant Fall.

Lyocell – die Funktionelle

Lyocell - auch als Tencel bekannt - ist botanischen Ursprungs, da sie wie die Viskose aus Zellulose hergestellt wird. Die Faserherstellung selbst ist aufgrund eines geschlossenen Kreislaufes besonders umweltfreundlich. Die biologisch abbaubare Faser wird aus asiatischem Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt. Die Faser wärmt fast so gut wie Schurwolle, kühlt zugleich ähnlich gut wie Leinen und ist außerdem extrem saugfähig. Durch seine hohe Reißfestigkeit ist es ein sehr langlebiges Material.


Die Tierischen

Seide – die Edle

Seide ist die feinste aller Naturfasern, wobei es sich strenggenommen nicht um eine Faser sondern um einen Faden handelt, der aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen wird. Seide kommt ursprünglich aus China und das Geheimnis der Seidenherstellung behielten die Chinesen Jahrtausende lang für sich. Die Seidenraupenzucht stand im alten China unter dem Schutz des Kaisers und Seidenstoffe waren so kostbar, dass sie teilweise mit Gold aufgewogen wurden. Seide ist sehr angenehm auf der Haut zu tragen bei Kälte ebenso wie bei Hitze. Sie kann ähnlich wie Wolle viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Das elastische und reißfeste Material begeistert durch seinen edlen Glanz und weichen, fließenden Fall. Typische Seidenstoffe sind Chiffon, Bouretteseide, Organza, Satin

Wolle – die Klimakünstlerin

Wenn man von Wolle spricht, ist damit in erster Linie Schafwolle gemeint. Es werden aber auch sogenannte Edelfasern wie Mohair, Cashmere, Lama und Kamelhaar als Wolle bezeichnet. Die Bezeichnung „Schurwolle“ dar nur verwendet werden für Wolle, die vom lebenden gesunden Schaf stammt. Wie bei Seide handelt es sich bei der Wollfaser um eine Eiweißfaser, die aufgrund ihrer Struktur eine gute Isolationsfähigkeit besitzt. Sie kann große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Ihre natürliche Elastizität machen sie knitterresistent. Zu ihren weiteren Eigenschaften gehört ihr erstaunliches Selbstreinigungsvermögen. Kleidungsstücke aus Wolle regenerieren sich sehr schnell an der frischen Luft und müssen daher nicht so häufig gewaschen werden.

PRIVATSACHEN Textillexikon PRIVATSACHEN Textillexikon PRIVATSACHEN Textillexikon PRIVATSACHEN Textillexikon